Julian fand Anisa schon immer toll. Seit sie zusammen in einer Klasse sind, mag er sie heimlich. Doch dummerweise zählt Diego, der immer gemein zu Julian ist, zu Anisas Freunden. Als Anisa und Diego beschliessen, in eine abgebrannte Bootshütte einzusteigen, folgt Julian den beiden heimlich. Zu blöd werden die drei vom Hausmeister Jens Jeschke überrascht und ausgerechnet Julian wird erwischt. Am nächsten Schultag beschuldigt Diego Julian, die beiden verpfiffen zu haben. Doch Anisa geht dazwischen und lässt sich, um eine grössere Prügelei zu verhindern, auf eine Wette mit Diego ein: Sie spielen gegeneinander Fussball – gewinnt Anisa, verspricht Diego auf dem Schulhof niemanden mehr zu quälen. Gewinnt Diego, darf er der Polizei sagen, dass Anisa für die Brandstiftung des Bootshauses verantwortlich ist, obwohl das eine Lüge ist.
Ein Klacks, denkt sich Anisa! Wäre da nicht Julian, mit dem sie ein Team bilden muss, und der mit Fussball so gar nichts am Hut hat. Trotz der unterschiedlichen Charaktere finden die beiden immer mehr Gemeinsamkeiten – Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an.
W wie Wind und Wunder
Julian gilt in der Schule eher als Aussenseiter. Mit seiner ruhigen Art wirkt er in der Schule aufmerksam und konzentriert. Wenn er alleine ist, beobachtet er gerne was um ihn herum passiert oder er sammelt Wörter. «Worte haben etwas Besonderes», findet Julian: Aus ganz vielen Buchstaben lassen sich die unterschiedlichsten Wörter zusammensetzen. Gut zu seiner sensiblen und bedachten Art passen die feinen Bleistiftzeichnungen von Tina Vlachy, die auf manchen Seiten abgebildet sind. Sie wirken abwechslungsreich und ergänzen die Geschichte bildlich beim Lesen.
«Prinzessin, du hast keine Chance»
Diego, der eigentlich Anisas bester Kumpel ist, glaubt nicht, dass sie ihn beim Fußball schlagen kann. «Du bist ja ein Mädchen», sagt er ihr immer wieder. Gerade bei solchen unsinnigen Gemeinheiten ist es wichtig, dass man sich nicht unterkriegen lässt, weiß Anisa. Auch für Julian sind Diego und seine Freunde lästig und unangenehm. Sie hänseln ihn für sein Hobby, das Wörtersammeln, und seine Krampfanfälle – Julian hat Epilepsie. Lebert schildert einfach und verständlich, wie gemein Menschen sein können und zeigt durch die Geschichte, wie alltäglich Mobbing für Kinder in der Schule sein kann.
Pusteblumenpizza
Schön gestaltet ist das abwechselnde Erzählen der Figuren. Mal erzählt Julian aus seiner Sicht und mal schildert Anisa die Geschichte. So kann man beim Lesen mal in die Familie von Julian hineinschauen und mal erhält man einen Einblick in Anisas Zuhause. Bei jedem Kapitel ist immer angegeben wer gerade erzählt. Das hilft beim Verständnis und man behält den Überblick.
Benjamin Lebert erzählt mit viel Herzlichkeit und leicht verständlich von Julian und Anisa, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dabei bleibt die Geschichte bis zum Schlusspfiff packend und hält zuletzt noch eine Überraschung parat.
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